Gedanken zu den Herbstferien von Volker Lübke

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Gedanken zu den Herbstferien von Volker Lübke

Was ist es, worauf Sie in Ihrem Leben vertrauen? Was gibt Ihnen Sicherheit und Ruhe, auch wenn um Sie herum Manches ins Wanken gerät? Was lässt Sie auch bei existentiellen Fragen und Problemen nicht verzweifeln?

Für uns Christen könnten diese Fragen rhetorische Fragen sein, weil für uns eine Antwort gegeben ist, die Antwort des Glaubens an den dreieinigen Gott, die uns ein festes Vertrauen und eine tiefe Zuversicht, vermitteln will, die selbst in schweren Zeiten nichts wirklich erschüttert werden kann. Und aus dieser Grundhaltung unseres Glaubens leitet der Verfasser des 1. Petrusbriefes die Zusage, die Aussage ab, die uns in diesen Herbsttagen begleiten kann:

„Alle eure Sorge werft auf ihn, denn er sorgt für euch.“

Ein ermutigender und tröstender Satz. „Alle eure Sorge werft auf Gott, denn er sorgt für euch.“ Und doch ein Satz, der mich nachdenklich macht. Ist es denn so, dass wir das von uns sagen könnten, dass wir alle unsere Sorgen bei Gott ablegen, durch unseren Glauben von ihnen frei werden?

Gilt nicht auch für uns, dass es zumeist Sorgen, Fragen und Probleme sind, die unser Leben bestimmen, zumindest mitbestimmen?

Mir scheint das die große Ausnahme, dass es einem Mitmenschen, einem Mitchristen gelingt, seine Sorgen abzulegen und sorgenfrei zu leben. Es ist eher die Regel, dass die Sorgen und Fragen über die Zukunft, über das eigenen Leben und das derer, die sie lieben, Menschen umtreiben und ihnen so manche Nacht den Schlaf rauben. Mögen es berufliche oder finanzielle Sorgen und Fragen sein oder solche über die eigene Gesundheit oder die eines nahestehenden Menschen. Mögen es ganz alltägliche Probleme im Hinblick auf Menschen sein, für die man Verantwortung trägt, die einen nicht loslassen oder Schwierigkeiten in der Partnerschaft und Familie, die die Gedanken binden.

Was meint dann Jesus in der Bergpredigt, wenn er sagt: Sorgt nicht um euer Leben, was ihr essen und trinken werdet, auch nicht um euren Leib, was ihr anziehen werdet. Ist nicht das Leben mehr als die Nahrung und der Leib mehr als die Kleidung?“

Ich denke, beide Aufforderungen wollen und können uns Hilfe sein, bei der Frage, wovon unser Leben grundsätzlich bestimmt ist. Denn diese Aufforderung, sich nicht von den Sorgen bestimmen zu lassen, weist auf das hin, was viel wichtiger ist, als unsere Alltagssorgen.

Dass es in unserem Leben die Grundgewissheit geben soll und darf, dass Gott uns trägt. Die Sicherheit, dass Gott der Herr über unser Leben ist und wir bei ihm die Antwort auf die Frage nach dem Sinn unseres Lebens und allem, was zu diesem Leben dazugehört, finden können.

Der Verfasser des 1. Petrusbriefes verdeutlicht mit seiner Aufforderung, wem wir letztlich vertrauen und an wem wir uns ausrichten dürfen. Was für uns Grund und Basis unseres Lebens ist.

Natürlich gehört trotzdem das Sich-Sorgen zum Leben von Menschen mit dazu und das gilt auch für uns Christen..

Aber das Wort aus dem Petrusbrief deutet an, dass dieses Sorgen auch ein Infragestellen Gottes beinhalten kann und dann wird es zum Zeichen des Unglaubens. Als Glaubende dürfen wir Gott in allen Dingen vertrauen. Dürfen ihm zutrauen, dass er uns in allen Lebenssituationen die Kraft und die Gedanken gibt, die wir brauchen. Und deshalb müssen wir keine Angst vor der Zukunft haben und brauchen uns nicht in unseren Sorgen zu verlieren.

Es grüßt Sie 

Pfarrer Volker Lübke

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